Tipps zum Alphornskauf - Wie finde ich das für mich passende Alphorn?


Ein Alphorn bauen, das bläst, kann jeder gute Hobbyhandwerker. Das Instrument kann je nach hand- werklichem Geschick sogar wunderbar aussehen. Jedoch ein musikalisch wertvolles Alphorn zu bauen, das exakt stimmt, leicht zu blasen ist und gut klingt, ist ein sehr schwierig, erfordert große Kenntnis und ein geschultes Gehör.

Wenn Sie ein Alphorn kaufen, sollten Sie folgende Gesichtpunkte berücksichtigen:

1. Stimmung/Intonation:


Der wichtigste Gesichtpunkt beim Kauf eines Alphorns ist als erstes seine mehr oder weniger gute Stimmung/Intonation. Ein Musikinstrument kann noch so schön aussehen oder klingen, es muss in erster Linie stimmen.
Der 1. Schritt sollte also sein, ein Instrument mit einem elektronischen Stimmgerät zu testen.
Die Toleranz der einzelnen Töne sollte nicht mehr als 3-5 Cent (die kleinen Punkte oder Striche) von der 0- Skala des Geräts sein!!!

2. Ansprache/Klang


Hier gibt es eine sehr einfache Regel: Ein leichtes Instrument ist leicht zu blasen, ein schweres erfordert mehr Kraft! Leicht und elegant können sie nur auf einem leichtgewichtigen Instrument blasen. Ein schweres Instrument klingt in der Tiefe voller – ist also für jemand geeignet, der nur tief blasen will, z.B. die 4. Stimme in einem Alphornquartett.

Die leichte oder schwerere Ansprache – also wie viel Kraft Sie brauchen – können Sie auch an der Wandstärke eines Instruments fest stellen, ohne nur einen Ton zu blasen, indem Sie sich die Wand- stärke des Schallbechers anschauen oder mit den Fingern erfühlen. Eine Wandstärke von ca. 6 -7 mm ergibt eine leichte Ansprache und einen leichten, wendigen Ton. Eine von ca. 8 – 10 mm ergibt einen dunklen Ton. Hier gilt es einen individuellen Kompromiss zu fin- den. Wie leicht oder schwer ein Alphorn zu spielen ist merken Sie, wenn Sie in 2 Hörner unterschied- licher Fabrikate blasen.
Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Alphorn und einer Mehltüte? – Blasen Sie in beides rein und Sie wissen es!

3. Direkter Vergleich:


Ganz gleich ob Sie eine Waschmaschine, ein Bügeleisen oder eine Trompete kaufen – Sie gehen in ein Fachgeschäft, lassen Sie sich eine Auswahl verschiedener Fabrikate vorlegen und vergleichen diese direkt miteinander. Nur so haben Sie einen objektiven Vergleich! Dasselbe sollten Sie auch beim Kauf eines Alphorns tun!

Sollten Sie selbst kein Instrument spielen und von „Tuten und Blasen keine Ahnung haben“, empfehle ich ihnen, einen guten Musiker zu bitten, das Alphorn für Sie zu testen. Jeder gute Blechbläser, ob Trompeter, Hornist, Posaunist oder Tubist kann ein Alphorn testen, denn es ist bläserisch gesehen nichts anderes als ein Blechblasinstrument ohne Ventile.

Aufgrund des höheren Preisniveaus und des Wechselkurses müssen Sie für einen Alphornkauf in der Schweiz ca. 25% mehr investieren als in Deutschland. Hinzu kommen noch 19% deutsche Mehrwert- steuer, so dass ein Alphornkauf in der Schweiz wesentlich teurer wird als in Deutschland.


Gebrauchte Alphörner


Gebrauchte Alphörner sind sehr rar! Ein gutes Alphorn wird ganz selten verkauft! Der Grund ist: Die Instrumente werden mit steigendem Alter nicht schlechter, sondern durch die jahrelange Trock- nung des Holzes sogar besser. Ein Alphorn zu kaufen, ohne es vorher einem Blastest zu unterziehen, birgt ein hohes Risiko, denn es kann im Extremfall bläserisch völlig untauglich sein!


Weshalb finden Sie im Angebot des Alphorn-Centers kein Karbonalphorn!


Der typisch weiche Klang eines Alphorns, kann nur durch den weichen Klang des Holzes erzeugt werden. Alle Versuche ein Alphorn aus anderen, weil bequemeren und billigeren Materialien herzu- stellen, sind deshalb zum Scheitern verurteilt, wie ich leider aus eigener Erfahrung beim Bau eines Karbonalphorns lernen musste.
Ein erster Bauversuch war zwar mit geringem Arbeits- und Kostenaufwand sehr erfolgreich, das klangliche Ergebnis jedoch enttäuschend. Das Instrument ließ sich sehr gut spielen, klang aber flach und hohl - mehr nach einer Tonne als nach einem Alphorn.
Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Karbon hat ein anderes Schwingungsverhalten als Holz.
Es ist härter und klingt demnach auch härter. Der weiche, beseelte Klangcharakter fehlt. Das Gleiche gilt für ein Alphorn aus Metall, was ebenfalls leicht zu bauen ist.
Als Übe-Instrument in Ermangelung eines echten Alphorns fände ich es vielleicht akzeptabel, aber da tut es auch ein Gartenschlauch für 5 Euro aus dem Baumarkt!